Bergsteigerdorf Vent

Der Klassiker unter den Bergsteigerdörfern

Weniger, dafür besser. Den Boden für diese nachhaltige Devise hat bereits Gletscherpfarrer Franz Senn mit seinem ersten Tourismuskonzept im 19. Jh. bereitet. Seither haben die Berge und das Bergsteigen im kulturellen Selbstverständnis der Venter Bevölkerung einen hohen Wert.

Ein historischer Auftrag

Die Initiative Bergsteigerdörfer vereint Ortschaften, die in ihren Regionen den Alpinismus begründet haben. Die Mitglieder in Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien engagieren sich für die Umsetzung der Protokolle der Alpenkonvention, d.h. für die nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Alpen. Ihr Tourismusangebot ist auf Bergsteiger ausgerichtet, weist eine exzellente Landschafts- und Umweltqualität auf und bewahrt örtliche Kultur- und Naturwerte. Bergsteigerdörfer verstehen sich als alpine Kompetenzzentren, die umweltkundiges und verantwortungsvolles Verhalten ihrer Gäste am Berg fördern. 

Tourismus-Entwicklung mit Rückgrat

Ortschaften müssen strenge Kriterien erfüllen, um sich offiziell Bergsteigerdorf nennen zu dürfen. Neben der historischen Verbundenheit mit dem Alpinismus und dem unversehrten Orts- und Landschaftsbild muss die Tourismusphilosophie folgende Positionen vertreten:

- Fokus auf die verschiedenen Formen des Alpinismus und das ganzheitliche Naturerlebnis 
- Zurückhaltung bei der technischen Erschließung des Gebirgsraumes 
- Beschränkung auf kleine Betriebsgrößen und regional verankerte Anbieter bei der Gästebeherbergung
- langfristige Erhaltung der Schutzhütten (als hochgelegene Beherbergungsbetriebe mit Stützpunktcharakter und als Ergänzung zu den Beherbergungsbetrieben im Tal)

Vent veredelt das Erfolgsrezept

Der Geistliche Franz Senn kam im Jahr 1860 als Kurat in das Bergdorf Vent. Dort entwickelte er sein Tourismuskonzept, nach dem die Erlebnisvielfalt am Berg für alle zugänglich sein sollte. Die Einheimischen sollten Gästen mit Quartieren und Bergführerdiensten zur Seite stehen und damit die dörfliche Existenz sichern. Auf Basis dieses Konzeptes wurde der Deutsche Alpenverein gegründet und es entstanden die Sektionen des Alpenvereins mit ihren Schutzhütten.

Wie sehr die Venter diese Philosophie verinnerlicht haben, zeigt eine Presseaussendung vom 12. Juli 1980. Darin spricht sich die Bevölkerung dafür aus, das auf Franz Senns Ideen basierende Erfolgsrezept weiterzuentwickeln, anstatt für den Massentourismus technisch aufzurüsten. Seit August 2015 befindet sich einer der sechs Infopoints des Naturpark Ötztal im Venter Widum. Die Ausstellung präsentiert u.a. die lange Alpingeschichte des Orts. Bis heute ist Vent eines der engagiertesten Mitglieder der Initiative Bergsteigerdörfer.

Anzeige

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf unserer Webseite einverstanden sind. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.