Story & Geschichte

1416: Friedrich, Herzog von Tirol, ist auf der Flucht. Von Konstanz über Bludenz, Kaunertal und Widum kommt er als Friedl mit der leeren Tasche ins Ötztal - nach Vent - wo er auf den Rofenhöfen Unterschlupf findet...

Die Geschichte

Vor 600 Jahren, Friedrich ist Mitte Zwanzig, heiratet er eine Deutsche aus der Pfalz und wird (von den mächtigen in Wien protegiert) zum Chef von Tirol ernannt. Irgendwie spürt man, das kann nicht gut gehen. Die alteingesessenen einheimischen Adeligen leisten prompt heftigen Widerstand und glauben auch, dass sie gegen dieses junge Bürscherl ein leichtes Spiel haben werden.

Wir schreiben 1416 und Friedrich kämpft. Er zieht durch die Wirtshäuser und sucht Allianzen, findet Bauern und reiche Bürger, die ihn unterstützen gegen die Burgenbünde der Falken und der Elefanten. Und er wendet sich an den Papst, den falschen. Denn Johannes XXIII wird in Konstanz demontiert, Friedrich als sein Unterstützer und Verschworener mit Reichsacht belegt und beinahe gefangen genommen, Kirchenbann des Konzils als Zugabe.

Friedrich flieht aus Konstanz, kommt als Friedl mit der leeren Tasche über Bludenz, Kaunertal und Widum nach Vent im Ötztal. Begleitet von seinem treuen Freund Hans von Mülinen findet er als Knecht auf den Rofenhöfen Unterschlupf. Friedl wird verfolgt und versucht mehrmals Mithilfe einheimischer Schaflbauern übers Niederjoch zu fliehen.

Von Meran aus kann er Politik betreiben und erlangt die Herrschaft über Tirol zurück. Er verlegt den Sitz der Residenz von Meran in den Norden, in die Nähe des Silbers und des Salzes und bricht in Tirol - dank seiner Allianz mit Bauern und Gewerbetreibenden - einen nie dagewesenen wirtschaftlichen Aufschwung los.

Story I.

Der Rofenbauer erzählt eine Geschichte. Die Begebenheit, als er den Herzog auf der Pferdeötz am Fuß der Talleitspitze traf und ihn nicht erkennt. Denn er verhält sich wie ein Knecht und will Arbeit. Die kann ihm der Rofenbauer geben, denn davon hat er genug. Zu essen gibt es jedoch wenig und die Schlafstatt wäre die eines Knechtes.

Der Erzähler beginnt mit der Darstellung historischer Begebenheiten, sodass man am Ende in etwa versteht, wer Friedrich ist und was die Ursachen für diese Flucht sind, in welcher Situation Friedrich (und Hans) beim Rofenbauer ankommen. Einer Magd soll der junge, mysteriöse Knecht, der wie aus einer anderen Welt scheint, zur Hand gehen. Hans bleibt am Hof, während Friedrich mit dem Mädchen mal so mal so geschickt wird.

Friedrich und Anna, die Magd: zwischen Pferden und Schafen, an Hängen und Teichen. Eine dunkle Gestalt, nicht einzuordnen (eine Pilger- oder Söldnertruppe?) Die Magd ist „aufgeweckt", aber wortkarg, sie spricht fast gar nichts, sie geht auf keine „Späße/Keckheiten" ein. Aber sie kann eine Menge von dem, was gebraucht wird: Bei aller Weltgewandtheit Friedrichs ist sie ihm (bei sich daheim in den Bergen) überlegen. Mehrmals beweist sie ihm das, ohne überheblich zu sein.

Friedl (der die Magd zunächst vielleicht sogar verachtet, aber auch beleidigt, weil sie sich nicht unterordnet) bemüht sich um Zeichen der Bewunderung/Zuneigung (versucht Kunststücke, zeigt sich als Musiker). Jemand hat sich am Rofenhof nach Friedrich erkundigt.

Szene Hütte ... ob Friedl den Herzog kenne! Oft habe man hier in der Hütte „bei Hofe" gespielt, die ältere Magd sei Herzogin, die jüngere Hofdame gewesen. Erst das Essen: Nein, sagt Friedrich, Messer und Gabel, das gab es noch nicht Friedrich sagt, wie's geht.

Aus Spiel wird ernst. (vgl. Heiratspolitik der Habsburger, da gabs keine Liebe ... weshalb auch die Minnesänger eher die "geheime" aber unmögliche Liebe idealisierten.) Nach dem Kuss rennt Anna weg, hinunter.

 

Story II.

Da stellt sich ihr eine Frau samt Gefolge in den Weg, die einen sucht, der nicht hierher gehöre. Etwa einen Edelmann? Anna ist neugierig und will herausfinden, was es mit dieser Suche auf sich habe. Und wo denn der Herr Graf, mein Mann, sei? Da fragt das junge Mädchen schließlich, ob die fremde Frau denn gar ... die fremde Frau schweigt. Das Mädchen begreift die Identität des Knechtes und die Fremde, dass der Gesuchte in der Hütte sei.
Kann sie wirklich Friedls Frau sein? Und als sie erkennt, dass es keine Pilger, sondern Söldner sind ... Anna begreift: die Fremde ist hinter Friedl her.

Ein Wettlauf. Anna warnt Friedl, oder wie auch immer. Friedl muss/kann fliehen. Anna rettet Friedls Leben (was geschieht mit Anna?) An einer vereinbarten Stelle trifft Friedl seinen "Bergführer" Hans, der den Baron aus Meran meldet, der Friedrich sicheres Geleit über den Gletscher und Asyl geben will (wenn Friedrich den Mann seinerseits schützen wollte).

 

Story III.

Hans und Friedl (ERZÄHLER) erzählen einander auf dem Weg zum Treffpunkt die Ereignisse seit Konstanz und schmieden einen Plan. Ohne Rast geht der Weg vorbei an den Schaferhütten und dem Schutzhaus, weiter Richtung Marzellferner. Nun erst ruhen die Wanderer.

Am Ende dieser Rast aber haben sie die Verfolger fast eingeholt, Wobei Hans die geheimnisvolle Fremde als die Mutter jenes Mannes wiedererkennt, der seinerzeit (beim Besuch König Sigismunds in Innsbruck) das Mädchen aus dem Hofstaat Friedrichs beinahe vergewaltigte ... was einst zum Eklat zwischen Sigismund und Friedrich und dazu führte, dass die Familie des Vergewaltigers gesellschaftlich gedemütigt/ruiniert war, weil Friedrich seinerzeit auf einer Anklage und öffentlichen Klärung des Falls bestanden hatte. Am verstürzten Weg zum Marzellferner treiben die Verfolger Friedl und seine Begleiter in die Enge. Hans simuliert einen Felssturz (der die fremde Frau in den Tod reißt) und Friedl kann im letzten Augenblick entkommen.

Er läuft zurück und kommt auf einem Umweg zum Samoarsee. Dort trifft er sich noch einmal mit Anna. Sie planen zum Spaß ihre eigene Zukunft, die Zukunft Tirols und schwimmen im See.

 

Epilog

Friedrich - jetzt vornehm gekleidet - verabschiedet sich. Er könne/werde nicht wiederkommen. Und ob sie nicht mitgehen wolle, eine Stellung bei Hofe, das gefiele ihr doch so gut. Nein. Da macht er sich allein auf, die Abordnung des Barons, die ihn nach Schnals bringt, zu treffen. Er hat die Gruppe fast erreicht, als sich die Magd doch entschließt, mit Friedrich zu gehen. Sie eilt ihm hinterher. Fast hat auch sie die Retter eingeholt. Aber wer war jene hohe Frau an der Seite des Barons. Vor beiden nun verbeugt sich der Baron. Friedrichs Frau. Die Magd - enttäuscht -macht kehrt, aber Friedrich merkt nichts davon. Er geht nach Meran.

 

Musik

Wolkenstein -Guillaume Dufay - Organa aus Santiago

Filmmusik und Theatermusik können Bausteine sein, um eine unbewusste, emotionale Grundkonstellation aus Bild und Ton zu erzeugen, sie können aber auch als Erzählelement auftauchen, wenn einer der Protagonisten im Stück auf Musik trifft: Hausmusik, Heumahdergsang, höfischer Tanz, Kirchenmusik, Hirtenlied ... »Friedl« nützt beide Formen. einerseits die Atmosphäre, den filmmusikalischen Soundscore, der über die neuartige Funkübertragung im Kopf der Zuseher zum richtigen »Tonfilm« montiert wird. Andererseits die musikalischen Elemente der Erzählung, die Situationen mit Musik, wo mit wirklichen Instrumenten (Laute, Oboe, Trommel, Gesang) gespielt und gesungen wird. Manchmal weit weg und im realen Raum kaum hörbar, sodass der Funk wieder zum Werkzeug wird für die Montage im Kopf. Machaut, Perotin, Wolkenstein, Josquin, Anonymi

Sprache & Text

Sprachlich ist das originale Mittelhochdeutsch nur stellenweise als Marker präsent. Das Gros des Textes ist eine Mischung aus authentischem Ötztaler Dialekt (immaterielles Kulturerbe) und hochdeutsch. Die Vielsprachigkeit verhindert das Problem einer allzu deutlichen Verunreinigung der Zeitlosigkeitsillusion durch inkonsequente Dialekte. Redundanz gewährt Verständlichkeit.

Dialogbeispiel im Ötztaler Dialekt:

Anna: Woascht was i gern sach?
Friedl: Was ebban?
Anna: Owar nuicht lachn.
Friedl: Sag!
Anna: An Uhr.
Friedl: Ah so. Miassascht lei mit miar gean.
Anna: Ah gea.
Friedl: Kannscht mars globn. Und in Wian d´nidn gaits an Uhr, d´sal leitet wenn dus seischt: ding ding ding
Anna: Zwui. Wenne. Zwui leitn?
Friedl: Da geits a Radle, deit draht man, ge dr Friamesse. Und after schlaft man. After leitet die Uhr um siebme. Friamesse.
Anna: A was!
Friedl: Sal ischt aso.
Anna: Und die Kirchengloggen? s´betleitn?
Friedl: Odr was woas i - wenn die Sunna aufgeat. Odr um oas, zn Medógessn.
Anna: Abr zmorns geat eh die Sunna auf. Und es Essen ischt zmidóge.
Friedl: Na, i luig nuicht. Werchte seachn, dass a Zeit kimmt, wo a niadr - wo a niadr bei Hofe a sella a Uhr haben werd. Muascht halt mitgean.
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